Bharata Natyam

Einführung

fieldbottom





Natiya Kiramam

Yatho hasthas thatho thristhi
Yatho thristhi thatho manas
Yatho manas thatho bavas
Yatho bavas thatho rasaka

Wohin deine Hand sich hinbewegt, lass dein Blick folgen
wohin dein Blick geht, lass deinen Geist folgen
wo dein Geist führt, wird Bhavam zum Ausdruck gebracht
wo du Bhavam ausdrückst, wird Rasa entstehen.


Bharata Natyam ist eine Jahrtausend alte Tanzkunst aus Indien, die ehemals nur in den Tempeln Ehren der Götter getanzt wurde. Inzwischen hat der klassische indische Tanz seinen Weg auf die Bühnen gefunden.

In der europäischen Region ist dieser Tanzstil ebenso wie die Karnatische südindische Musik in Europa relativ unbekannt.

In den schönen und kraftvollen Posen (Adavus) zeigt der Bharata Natyam die Ästhetik und Anmut dieses Tanzes. Mit Handgesten (Mudras) und Mimik (Bhavam) werden die Aspekte der hinduistischen Mythologie dargestellt. Bharata Natyam ist jedoch mehr als nur reiner und erzählerischer Tanz, vielmehr muss die Tänzerin für ein Tanzdrama ihr gesamtes tänzerisches Können mit
Schauspiel verbinden.

Im Bharata Natyam wird unterschieden nach:

Nritta


als reiner Tanz. In ihm wird reine Technik und Rhythmen gezeigt, verschiedene Posen und Fußtechniken darstellt. Nritta unterliegt keiner bestimmten Stimmung. Er wird einzig zur Erzeugung von Schönheit und Ästhetik getanzt.

Nrtya


vermittelt eine Stimmung und erzählt eine Geschichte oder ein ganzes Drama. Die Tänzerin setzt ihre gesamte Mimik und Gestik fein akzentuiert ein: Hände, Füsse, Kopf und Hals werden mit entsprechenden Gesichtsausdrücken zur Darstellung eines Gottes, einer Person, eines Tieres oder einer Situation eingesetzt.

Natya


schließlich ist die Verbindung von Tanz und Schauspiel. Dabei fließt die (Lebens-) Erfahrung, Vorstellungskraft und Interpretation des Liedes durch die jeweilige Tänzerin ein, um eine Geschichte zu entfalten und die Stimmung der Geschichte zum Publikum zu transportieren.